
LucasArts schickte 1990 mit Loom ein weiteres Grafikadventure ins Rennen. Meine erste Begegnung mit diesem Spiel fiel recht nüchtern aus. Loom ließ mich kalt.
Im Nachhinein betrachtet ist davon auszugehen, dass mir damals schlichtweg die Reife fehlte, den Wert des Adventures zu erkennen. Im Gegensatz zu Monkey Island war Loom eher humorbefreit und versprühte durchweg eine gewisse Melancholie. Ein digitales Märchen, das ich erst Jahre später genießen konnte und wollte.
“Der Spieler übernimmt in einer Welt der Mystik und der Magie, in der die großen Handwerkszünfte, die Gilden, das Leben bestimmen, die Rolle des jungen Webers Bobbin Threadbare, der auf der Insel der Weber von seiner Ziehmutter Hetchel aufgezogen wurde.
An seinem siebzehnten Geburtstag steigt er alleine auf die Felsen an der Küste und erwartet den Schwan, der jedes Jahr an diesem Tag wiederkommt -- seine verwandelte Mutter. Nach seiner Rückkehr ins Dorf wird er Zeuge, wie seine Ziehmutter nach einem Urteil des Ältestenrates aus Versehen in ein Schwanenei verwandelt wird. Von einem hereinfliegenden Schwan werden Hetchels Richter daraufhin in Schwäne verzaubert, die von der Insel fliegen. Zwar gelingt es Bobbin, Hetchel wieder aus dem Ei schlüpfen zu lassen, und er wird von ihr grob über die Situation informiert, als letzter verbliebener Mensch auf der Insel muss er sich dann aber alleine auf die Suche nach seinen verzauberten Gildenmitgliedern machen.”
Die Steuerung erfolgte nicht über das bekannte SCUMM-System, sondern reihte sich perfekt in die Story ein. Befehle wurden mittels Tonfolgen übermittelt. Zauberei.
Bei Loom schieden sich die Geister. Selbst Fachzeitschriften waren sich nicht einig. Die Power Play bewertete das Spiel mit schwachen 54% — Amiga Joker war deutlich spendabler und vergab 82%. Bemängelt wurde einstimmig die kurze Spieldauer. Ebenfalls einig war man sich bei den optischen Qualitäten, die Loom bot. Für Auszeichnungen reichte es im Endeffekt nicht und so wurde Loom von der Presse tendenziell als durchschnittliches Machwerk propagiert. Völliger Unsinn, wenn ihr mich fragt.
Ursprünglich war Loom als Trilogie geplant, doch die Nachfolger Forge und The Fold erblickten nie das Licht der Welt. Entgegen weitläufigen Gerüchten lag das jedoch nicht an den schlechten Verkaufszahlen. Loom wanderte insgesamt über 500.000 mal über die Ladentheke, was zu damaligen Zeiten durchaus als kommerzieller Erfolg gewertet werden dürfte.
Als schöner Bonus lag dem Original ein halbstündiges Hörspiel bei, in dem die Vorgeschichte des Spiels erklärt wurde. Wer möchte, kann es sich hier in voller Länge anhören…
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Und wer dann noch Zeit und Muße hat, sollte sich direkt im Anschluss das anderthalbstündige Walkthrough-Video reinziehen. Harrr!

Dankeschön
Ganz geil.
Ich zock’s heute noch. Aufm Phone. Und liebe es wie damals! Knaller, das Hörspiel; thx dafür!
Heute noch? Also nach 19 Jahren solltest du aber langsam mal durch sein. ;-)
Es ist eines meiner Lieblingsadventure. Mein Vater hatte es damals Original auf Englisch gekauft. Zum Glück ist der in Amerika aufgewachsen und konnte mir somit das Spiel übersetzen *g* Ich war damals 14 oder 15, als ich das spielte.
Ich habe mir alles erdenkliche von Loom geholt. Allerdings in Englischer Sprachausgabe habe ich das leider noch nicht. Aber es macht Spaß sich das Video anzugucken.
Es sollte ein Nachfolger gegeben haben mit dem Titel “Forge”. Davon habe ich bis dato nicht wirklich was mitbekommen. Ich hätte diese Spiel auch gerne.
Gruss
Paddy
Oh verzeiht. Da steht ja auch was dazu was “forge” betrifft. Auch ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.. *g*